Aktuelles 2021

Jagderlebnisse in Zeiten von Corona

                                        Bericht                                       

Was dürfen wir uns glücklich schätzen Jäger zu sein! Während Tennisplätze gesperrt, Cafés geschlossen und jegliche Festivitäten verboten waren bzw. sind, konnten wir nach wie vor unserer Leidenschaft nachgehen. Als normal kann man dieses Jagdjahr dennoch nicht beschreiben. Vielerorts wurden Bewegungsjagden abgesagt oder gar verboten. Gemeinsames Strecke legen, Hörnerklang und deftiges Schüsseltreiben – all das war leider nicht möglich. Doch auch wenn uns die Gesellschaftsjagden fehlten, das Weidwerk an sich stand nicht still. Frische Luft, Hundegeläut oder den Büchsenknall durften wir trotz allem vernehmen. Das Wild kennt kein Corona.

 

 

 

Dina von Benteler: Nachsuche auf Sau

 

Um ca. 01:00 Uhr wurde eine Sau beschossen, doch weder in der Nacht noch am nächsten Morgen konnte Schweiß gefunden werden. Also setzte Hanno Wagemann am Vormittag seine Hündin Dina zur Nachsuche an. Da es durch eine 3 ha Brombeerdickung nicht möglich war mit der Schweißleine zu arbeiten, schnallte Hanno seine Dina. Nach 20 Min. gab die Hündin schließlich Laut. Aufgrund des dichten Bewuchses brauchte Hanno nochmals 15 Min. bis er sich zu ihr durchkämpfen konnte. Die Sau war bereits verendet. Dina zog mit kräftigem Laut die Sau an Teller und Pürzel, 400 m vom Anschuss entfernt, durch den Hochwald. Suchenheil.

 

Betsy von der Kiwitzheide: Jagd auf Sumpfbiber

 

Regelmäßig ist Christopher Wobbe mit der selbst ausgebildeten Hündin Betsy, Rufname Banja, in seinem Revier auf Streifzug. Die an der Ems gelegene Jagd hat u.a. Nutriavorkommen. Das an Wasser gebundene Nagetier ist eine invasive Art. Wann immer es Christopher möglich ist, wird deshalb auf Nutria Jagd gemacht. Banja und er sind ein eingespieltes Team. Sie sucht im sowie am Gewässer souverän verloren und trägt Christopher die bis zu 8 kg schwere Beute zu. Mit ihren orangefarbenen Schneide-/Nagezähnen können Nutrias einem Hund erhebliche Verletzungen zuführen, doch auch im Abtun ist Banja mittlerweile erfahren und weiß mit den Nagern umzugehen. Weidmannsheil.


Chatan vom Brede: Schweißarbeit ist Fleißarbeit

Nachsuche auf Gamswild: Auf der Hochjagd wurde vom Jäger eine Nachsuche angefordert, nachdem er in der Abenddämmerung auf einen Gamsbock geschossen hatte, welcher nicht im Feuer lag. Am darauffolgenden Morgen begaben sich Mario Müller mit seinem Rüden Chatan und der Arbeitskollege Claudio ins betreffende Gebiet und begutachteten den Anschuss. Wenig Schnitthaar war am Anschuss zu finden, sonst nichts. Mario und Chatan begannen mit der Nachsuche. Nach ca. 50 Metern verwies Chatan den ersten Schweiß. Da sie ihre Hunde bei Nachsuchen auf Gamswild, der Verletzungsgefahr wegen (extrem steiles Gelände) nicht schnallen, postierte sich Claudio an einem Ihm bekannten Wildwechsel. Die Suche erstreckte sich über 3 Stunden, ca. 3,5 Kilometer in unwegsamem Gelände am Riemen. Dann meldete Claudio telefonisch bei Mario, dass er beobachten konnte, wie sich die verletzte Gämse mit einem Laufschuss versucht in einem anliegenden Waldstück zu verkriechen. Chatan und Mario mussten die Suche kurz unterbrechen, damit Claudio sich neu postieren konnte. Kurzerhand waren sie wieder auf der Fährte und Chatan begann Laut zu geben, worauf die verletzte Gämse in Richtung Claudio floh. Dann gab es ein Knall und das Tier lag im Feuer. Suchenheil.

Nachsuche auf Hirsch nach einem Verkehrsunfall mit der Eisenbahn: Am Vorabend wurde Marios Arbeitskollege Claudio telefonisch über einen Verkehrsunfall mit der Eisenbahn informiert. Am folgenden Morgen machten sie sich auf und hatten bereits neben den Geleisen Schweiß. Die Nachsuche entpuppte sich als anspruchsvoll, denn der Hirsch versuchte Hund und Jäger auszutricksen, indem er stetig Kreise um das Gespann herum machte und die eisigen Temperaturen (-10°C) machten die Sache auch nicht einfacher. Auf der Fährte verwies Chatan jedoch immer wieder Schweiß. Nach ca. 30 Minuten stieg die Spur des verletzten Hirsches steil bergauf, wobei Chatan plötzlich am Riemen Laut gab. Der verletzte Hirsch floh und Mario konnte sogar den verletzten Hinterlauf erkennen. Ein Abschuss war jedoch unmöglich. Deshalb wurde Chatan geschnallt. Er nahm lauthals talwärts die Verfolgung auf und nach ca. 300 Metern stellte Chatan den Hirsch, kurz bevor dieser den Fluss überqueren wollte. Auf einer Sandbank konnte der Fangschuss angebracht werden. Suchenheil.

Lustige Nachsuche auf Steinwild: Auf der Steinwildjagd wurden Mario und Chatan für eine Nachsuche aufgeboten. Beim Eintreffen im Jagdgebiet begaben sie sich in Richtung Anschuss. Chatan war noch nicht mal am Riemen, da bemerkte Mario, dass sein Rüde die Nase in den Wind streckte. Noch während der Jäger und Mario den Anschuss untersuchten, war Chatan bereits beim verendeten Steinbock, ca. 50 Meter vom Anschuss entfernt. Für den Menschen war der Steinbock nicht sichtbar, er lag hinter Geröll. Suchenheil.


 

Ben vom Höpingshof:

Feine Hasenjagd mit der Familie

 

Die erfolgreiche Jagd auf Hasen ist auch ohne Streife möglich. Marion Burbank war Corona konform nur mit der Familie im Revier unterwegs und ließ ihren Ben kurz unter der Flinte jagen. Mit einer ausdauernden Suche und hervorragenden Manieren am Wild konnten so an diesem herrlichen Jagdtag zwei Hasen erlegt werden. Weidmannsheil.


vW Arven von Königsdamm: Stöberarbeit am Damwild

 

Auf einer privaten Drückjagd in Mecklenburg-Vorpommern, bei der Franziska Kühl mit ihren Hunden jedes Jahr als Durchgehschützin aktiv ist, sind die Treiben für alle Beteiligten immer sehr kräftezehrend. Es ist dort so anspruchsvoll, weil ein Großteil der Fläche mit hochgewachsenen, dichten Brombeerbewuchs zu überwinden ist. Franzi war als Flügelspitze mit der Treiberwehr gerade dabei einen solchen Schlag anzugehen, als sie beobachtete, wie ein Stück Damwild rechts an ihr vorbei ging. Ein paar Sekunden später kam Arven auf dieser Fährte laut gebend hinterher, wechselte an derselben Stelle, wie das Stück aus der Dickung, heraus, schaute kurz auf, nahm die Nase wieder runter und folgte dann weiter fährtenlaut. Nicht lange auf sich wartend, hörte man einen Knall und wenig später änderte sich die Tonlage von Arven in einen Hetzlaut. Dann war der Hund stumm und so konnte man sich sicher sein, dass der Rüde das Stück zu packen hatte. Dank der Ortung war es kein Problem, zu folgen. Auf dem Weg zum Hund hörte man dann auch das Stück klagen. Franzi fand Arven mit festem Griff an der Drossel das Damwild runterziehend vor. Das Stück war noch ordentlich mobil und wehrte sich heftig. Doch Arven hielt schön fest. So konnte sie heran treten und das Damwild mit der kalten Waffe abfangen. Als das Leben raus war, hielten Hund und Führerin kurz inne und schnauften durch. Der Schuss war leider nicht optimal angetragen (weich im hinteren Drittel und durch die Keule wieder raus), so dass es sich hierbei sicherlich um eine längere Nachsuche gehandelt hätte. So aber konnte dem Tier viel Leid erspart werden. Weidmannsheil.

Dorle vom Hochholz: Nachsuche auf Unfallwild

 

Gegen 23:00 Uhr kam es zu einer Kollision zwischen einem PKW und einer Rotwildkuh auf einer vielbefahrenen Hauptstraße. Die Hirschkuh wechselte in einem Rudel von ca. 10 Tieren über die Straße und floh, verlangsamt, mit dem Rest des Rudels über einen Acker ca. 400 m in Richtung einer großen Waldung. Neben einem mutmaßlichen Totalschaden am Fahrzeug (Tesla Model X) und einigen Schnitthaaren waren keine Pirschzeichen zu finden. Am Folgetag, ca. 08:00 Uhr, versuchte sich ein Hundeführer mit seinem brauchbar eingetragenen Hund auf der Wundfährte. Dieser fand den Abgang jedoch nicht und der Versuch wurde nach einer Stunde abgebrochen. Aufgrund der großen Beschädigung am Fahrzeug wurde entschieden, einen zweiten Hund aufzubieten. Der Anruf erreichte Fabian Kern um etwa 11:00 Uhr. Gut 13 Stunden nach dem Unfall setzte Fabian seine Hündin Dorle, genannt Dixie, zur Nachsuche an. Auch für Dixie war es nicht einfach die Fährten auf dem Acker (roher Boden ohne Bewuchs) auseinander zu dividieren. Irgendwann hat sie aber eingehängt und es ging firm in Richtung der Waldung. Nach zwei gekreuzten Feldwegen kam auf einem Löwenzahnblatt auch für Fabian die Bestätigung: ein einzelner Tropfen Schweiß! Nach weiteren ca. 500 m traf das Gespann auf das bereits verendete Stück. Die äußere Beschau am Stück zeigte lediglich ein wenig Schweiß am Äser, was auch das Tropfbild auf der Fährte erklärte. Fährtenlänge ca. 900 m über Ackerboden, Wiese und Waldboden. Suchenheil.

Weitere Bilder von GM unserer Landesgruppe OWL im Jagdeinsatz:

G R O ß E R   M Ü N S T E R L Ä N D E R   J A G D G E B R A U C H S H U N D

Der  vielseitig einsetzbare Jagdhund für die Wald-, Feld- und Wasserarbeit, vor und nach dem Schuss.


Aktualisierung: 14.10.2021 / Rubrik: Aktuelles, Vermittlung

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