Aktuelles 2016



Deckakt mit einer Engländerin

Esther, Rasko und ein Trip nach Deutschland...

(aus dem Englischen übersetzt, Originaltext: Caroline Middleton)

Wie fing alles an? Beim Durchsehen der großen Musterländer Website, bei Gesprächen mit Freunden, die schon Pass-Paarungen gemacht hatten, beim Bewundern von Hunden der deutschen Deckrüdenliste, bei der Idee, neues Blut nach GB zu bringen und einem Freund in Not zu helfen. Es waren lange Überlegungen und kein leichter Entschluss, aber Anfang Mai 2015 hat sich Mandy Tordoff entschieden, dass ihre Hündin Esther (Raycris Quite Unique) einen deutschen Partner bekommen soll!

 

Zuerst musste ein passender Deckrüde befunden werden. Nach vielen Diskussionen mit Christine und Raymond Ogle (Züchter seit den späten 70ern) und vielen Stunden Recherche im Internet,  war ein möglicher Zuchtrüde  gefunden - Urban von St Vit. Die Stammbäume von Esther und Rasko (Urban von St. Vit - genannt Rasko) haben gut zueinander gepasst. Doch vor der endgültigen Entscheidung war es Mandy wichtig, Rasko persönlich zu sehen und ihn zu beurteilen, genauso wie sie es bei einem britischen Deckrüden machen würde. Der Kontakt wurde hergestellt und es arrangiert, dass Mandy, Caz, Jan und Kate nach Deutschland reisten, um Familie Arend und Rasko kennen zu lernen. Glücklicherweise konnte die Familie etwas Englisch. Zur Not konnte Marina, die Freundin eines Sohns der Arends, übersetzten. Rasko stellte sich als gute Wahl heraus. Er ist ein entzückender Münsterländer, hat einen exzellenten Körperbau, A‑bewertete Hüften, ein sehr angenehmes Temperament und ist ein sehr fähiger Jagdhund. In Deutschland müssen alle Hunde Prüfungen in jagdlicher Arbeit, Führigkeit und Wesen bestehen, bevor mit ihnen gezüchtet werden kann. Der englische Große-Münsterländer-Verband (Large Munsterlander Club, LMC) fordert des Weiteren eine Erbgut-Untersuchung auf HUU, sodass ein Schleimhautabstrich von Rasko mit nach England genommen wurde. Mandy wollte auch, dass ein deutscher Tierarzt Raskos Augen testet. Dieses wurde getan und er bekam ein Zertifikat, dass seine Augen fehlerlos sind. Auch der HUU Test fiel gut aus und so bestätigte sich, dass Rasko ein idealer Deckrüde für Esther war.

 

So fuhren wir Mädels wieder nach Hause und die Arends freuten sich, dass Rasko eine englische Hündin decken würde. Um nach Deutschland zu reisen, brauchte Esther einen Pass und eine Tollwut-Impfung. Wegen der Impfung konnte sie zwei Wochen nicht reisen, also hofften wir, dass sie nicht zu früh heiß werden würde. Einige Tage vor der Reise musste sie vom Tierarzt entwurmt werden. Wir warteten und warteten und plötzlich stand die Hitze bevor, sodass  vieles in sehr kurze Zeit organisiert werden musste.

 

Um sicher zu sein, dass die Paarung zum richtigen Zeitpunkt stattfindet, wurde Esther ab dem 7. Tag der Hitze Blut für eine Hormonuntersuchung abgenommen. Als der ideale Zeitpunkt näher rückte, mussten wir sofort nach Deutschland reisen. Nach einem Blick auf die Landkarte glaubten wir, dass wir den Trip von Cullingworth (Nord-England) nach Kassel in einem Tag schaffen könnten. Wir würden morgens früh nach Dover fahren, den ersten Zug nehmen und dann durch Frankreich und Belgien nach Kassel fahren. Wir dachten, um 21 Uhr da sein zu können, buchten ein Hotel in Kassel und warten auf das Ergebnis der Blutuntersuchung.  Die Hotelbuchung mussten wir zwar noch einmal verschieben, bis die Blutwerte endlich zeigten, dass es Zeit für die Paarung wird. So brachen Mandy und ich mit Esther freitags auf.

 

Wie so oft brauchten wir länger, als angenommen. Als wir im Zug nach Calais waren, bezweifelten wir, dass wir vor Mitternacht in Kassel sein würden. Was sollten wir tun? Glücklicherweise haben wir, in etwa auf der Route nach Kassel, gute Freunde in den Niederlanden. Eine Anruf und wir hatten spontan Unterkunft und Verpflegung für zwei Menschen und einen Hund - Danke dir Jo, du weißt nicht, wie sehr wir dein Essen und Bett zu schätzten wussten.

 

Am nächsten Morgen sind wir früh aufgestanden und waren wieder auf der Autobahn. Wir kamen in Kassel an, fuhren zu Arends und wurden sehr herzlich aufgenommen. Esther und Rasko begrüßten sich im Garten. Rasko war ein echter Gentleman. Als die Paarung vollzogen war, haben wir Kaffee und Kuchen genossen. Mensch und Hund, Rasko, Esther und Brax (Raskos Freund - ein Rauhhaardackel), gingen spazieren und dann zurück zu weiterem Kaffee und leckerem Kuchen. Dann war es Zeit, den Papierkram zu erledigen. Später gingen Mandy, Esther und ich zurück in unser Hotel; Sehr müde, aber überglücklich, dass alles so gut gelaufen war.

Am nächsten Tag waren wir bei Arends zum Mittagessen eingeladen. Den Nachmittag verbrachten wir mit Inge (Arend), Johannes (Sohn) und Marina im Bergpark Wilhelmshöhe (UNESCO Weltkulturerbe seit 2013).  Anschließend gab es im Hause Arend wieder Kaffee und Kuchen. Esther und Rasko trafen sich zur zweiten Paarung am Sonntagnachmittag. Wegen der langen Strecke von Kassel nach Calais entschieden wir uns, Sonntagnacht zu fahren, da Mandy und ich Montag wieder zuhause sein mussten. Mandy und ich verabschiedeten uns und machten uns auf den Rückweg. - Rasko war wieder ein Gentleman.

Jetzt hieß es wieder warten. Vier Wochen sind eine lange Zeit...

 

Endlich: Die Ultraschall-Untersuchung zeigte Welpen! Fünf Wochen später lag Esther in den Wehen, ich fuhr nach Cullingworth und half acht schöne Welpen auf die Welt zu bringen: Vier Rüden und vier Hündinnen. Ich war erst um 4 Uhr zu Hause, nachdem ich zwei Freunde allein lassen musste, die fürs Wochenende zu Besuch waren.

 

War es das wert? Ich denke ja. Mandy denkt das ebenso. Jan und  Caz auch. Hoffentlich denken das alle, die einen Welpen aus dem „Quilesta So“-Wurf haben (Zwinger: „Quilesta“, Wurf: „So“). War es schwierig? Nicht besonders. Würden wir es wieder machen? - Definitiv, aber nächstes Mal sagen wir Jo rechtzeitig Bescheid, bevor wir bei ihr in Holland übernachten.

 

 

Bild: Mandy Tordoff

 

Übersetzung: Marina Konrath, Helmut und Johannes Arend

 

 

Infos und Bilder zu diesem Wurf: http://www.largemunsterlander.co.uk/2015-litter


 

 

 

... ... ... Und wir deutschen Freunde der Großen Münsterländer waren begeistert von dem Besuch und voller Hochachtung, welche Mühen die englischen Ladies auf sich genommen haben. Das zeugt von ganz großer Liebe für die Großen Münsterländer.

Die Arends aus Fuldatal mit den Engländerinnen
Die Arends aus Fuldatal mit den Engländerinnen